Wann muss ein Bürostuhl ausgetauscht werden?

Es gibt viele Gründe, einen Bürostuhl auszutauschen. Nach jahrelanger Nutzung geht auch der beste Stuhl einmal kaputt. Wenn Sie mit Ihrem Bürostuhl auf der Arbeit unzufrieden sind, haben Sie die Möglichkeit, Ihren Arbeitgeber um einen Austausch zu bitten. Wenn Sie selbst die Kosten tragen, können Sie die finanzielle Unterstützung beantragen. Wie Sie hierbei am besten vorgehen, erfahren Sie in diesem Artikel.

1. Mein Bürostuhl ist kaputt – was nun?
2. Wie lange hält ein Bürostuhl und was ist die durchschnittliche Nutzungsdauer?
3. Habe ich Anspruch auf einen ergonomischen Bürostuhl von meinem Arbeitgeber?
4. Wer übernimmt die Kosten?

1. Mein Bürostuhl ist kaputt – was nun?

Ist Ihr Bürostuhl kaputt, haben Sie mehrere Möglichkeiten. Zunächst sollten Sie prüfen, ob sie ihn selbst reparieren können, zum Beispiel mithilfe von Ersatzteilen. Ist dies nicht möglich, prüfen Sie, ob noch Garantie beim Händler oder Hersteller gilt. Qualitative Möbelhersteller bieten ihre Stühle mit Garantie zum Verkauf an. Diese Hersteller scheinen sich sicher zu sein, dass ihre Bürostühle im Garantiezeitraum keine Mängel bekommen und die Garantie nicht gebraucht wird. Die Garantie geht hier in der Regel über die gesetzlich vorgeschriebenen Garantie- und Gewährleistungsansprüche hinaus.

Nehmen Sie frühzeitig Kontakt zum Hersteller oder Händler auf, wenn Ihnen ein Mangel auffällt, den Sie nicht beseitigen können. Setzen Sie eine Frist, bis wann Ihr Bürostuhl repariert werden soll. Wird die vereinbare Frist nicht eingehalten, können Sie den Kaufpreis mindern oder sogar vom Kaufvertrag zurück treten. Wird die Ware schon mit Mängeln angeliefert, sollten Sie eine Neulieferung mit Ersatz einfordern und den defekten Bürostuhl zurücksenden. Der Verkäufer ist verpflichtet, Ihnen einen voll funktionierenden Bürostuhl zuzusenden.

SperrmüllcontainerWenn Ihr Bürostuhl noch voll funktionsfähig ist, Sie aber Platz für einen Neuen machen wollen, haben Sie folgende Möglichkeiten: Sie können ihn an Freunde und Verwandte verkaufen, ihn auf Märkten anbieten oder Anzeigen im Netz schalten. Wenn Sie etwas Gutes tun möchten, können Sie den Stuhl auch an soziale Einrichtungen für Bedürftige spenden. Sollten Sie sich für eine Entsorgung entschließen, können Sie den Bürostuhl auch vom Sperrmüll abholen lassen. Der Sperrmüll wird mehrmals im Jahr zu festen Terminen abgeholt oder Sie lassen sich einen separaten Termin geben. Wer seinen Bürostuhl lieber selbst entsorgen will, kann diesen auch zum regionalen Wertstoffhof bringen. Mehr Informationen und weitere nützliche Tipps erhalten Sie im Artikel: Bürostuhl entsorgen.

2. Wie lange hält ein Bürostuhl und was ist die durchschnittliche Nutzungsdauer?

Bürostuhl durchschnittliche NutzungsdauerDie durchschnittliche Lebensdauer eines Bürostuhls beträgt circa 8 Jahre, danach sollten Sie ihn austauschen. Wie oft Sie Ihren Bürostuhl wechseln sollten, können Sie den Abschreibungsfristen entnehmen, die für Büromöbel gelten. Bürostühle mit einem Kaufpreis von 410 € gelten als geringwertiges Wirtschaftsgut und werden bei der Steuer sofort abgeschrieben. Stühle im Wert von 410 € bis 1.000 € werden innerhalb von 5 Jahren abgeschrieben. Im Steuerrecht werden hier somit 5 Jahre angerechnet. In der Praxis hält Ihr Bürostuhl vermutlich einige Jahre länger durch. Ab einem Wert über 1.000 € gilt eine Abschreibungsfrist von 13 Jahren. Dieser Zeitraum kommt schon eher an die tatsächliche Nutzungsdauer heran.

Grundsätzlich gilt, umso besser die Materialqualität, desto länger haltbar ist Ihr Bürostuhl. Neben der Nutzungsdauer ist auch der Grad der Beanspruchung ein wichtiger Faktor, wie langlebig der Stuhl ist. Wer täglich mehrere Stunden sitzend verbringt, sorgt nach langer Zeit für Verschleiß beim Bezug, der Sitzmechanik und den Rollen. Manche Stühle sind nach vielen Jahren so eingesessen, dass man auf ihnen nicht mehr bequem und ergonomisch sitzen kann. In solchen Fällen sollten Sie Ihren Bürostuhl austauschen. Drei der beliebtesten Stühle finden Sie in unserem Bürodrehstuhl Ratgeber.

3. Habe ich Anspruch auf einen ergonomischen Bürostuhl von meinem Arbeitgeber?

Bürostuhl austauschen GesetzIhr Arbeitgeber steht in der Pflicht, Ihnen einen sicheren und gesundheitsfördernden Arbeitsplatz bereitzustellen. Er muss dafür gesetzliche Ergonomie-Vorschriften einhalten, die zum Beispiel im BGB oder im Arbeitsschutz geregelt sind. Der Arbeitsbereich muss auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter zugeschnitten sein. Wenn Sie zum Beispiel eine sitzende Tätigkeit im Büro haben, sollte Ihnen ein ergonomischer Bürostuhl zur Verfügung gestellt werden. Die Verordnungen zum Gesundheitsschutz und Verwendung von Arbeitsmitteln finden Sie in der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV). Der Bürostuhl sollte ergonomisch sein, sich also Ihren individuellen Körperproportionen anpassen können. Damit auch schwere Personen sicher sitzen, sollte der Stuhl über 110 kg Gewicht aushalten können. Übergewichtige können von Ihrem Recht Gebrauch machen, robustere Stühle zu verlangen. Die Kosten hierfür muss der Arbeitgeber übernehmen.

Wenn Sie unbequem sitzen, können Sie um eine Unterweisung Ihres Arbeitgebers bitten, wie Ihr Bürostuhl ergonomisch einzurichten ist. Eventuell ist ein Austauschen des Bürostuhls gar nicht mehr notwendig. Hierbei sollte auch Augenmerk auf die richtige Höhe des Tischs und des Computerbildschirms sowie auf die richtige Beleuchtung gelegt werden. In kleinen Firmen ohne derartige Unterstützung können Sie auch auf Ihre Krankenkasse zugehen. Häufig unterstützen diese Arbeitgeber bei Maßnahmen zur Gesundheitsförderung und Prävention am Arbeitsplatz.

Sollte sich an der Art Ihrer Tätigkeit etwas geändert haben, die einen Austausch des Bürostuhls notwendig macht, sollten Sie auf jeden Fall Ihren Arbeitgeber kontaktieren, sofern er nicht von allein einen neuen Stuhl bereitstellt. Verbringen Sie zukünftig beispielsweise mehr Zeit im Sitzen, brauchen Sie eine hochwertigere Sitzgelegenheit, damit Sie keine Rückenschmerzen bekommen. Ihr Arbeitgeber sollte sich bereiterklären, in einen höherwertigen, ergonomischen Bürostuhl zu investieren. Fragen Sie bei Ihrem Arbeitgeber nach.

4. Wer übernimmt die Kosten?

Krankenkasse KostenübernahmeMüssen Sie Ihren Bürostuhl selbst bezahlen oder wollen sich einen neuen Stuhl für Ihr Home Office zulegen, können Sie finanzielle Unterstützung bei der Krankenkasse beantragen. Krankenkassen haben ebenfalls ein Interesse daran, dass Sie gesund bleiben. Bei einem krankheitsbedingen Arbeitsausfälle müsste sie schließlich Krankengeld und Behandlungskosten zahlen. Fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse nach einem Kostenzuschuss und wieviel sie bereit sind zu übernehmen. Meist müssen Sie nachweisen, dass Sie bereits unter Beschwerden leiden, indem Sie ein Attest vom Arzt einreichen. Diesen erhalten Sie zum Beispiel beim Orthopäden oder ähnlichen Fachärzten. Mehr Tipps zur Kostenübernahme erhalten Sie auf der Produktseite zum ergonomischen Bürostuhl Topstar Head Point SY.

Alternativ können Sie auch bei der Deutschen Rentenversicherung oder der Berufsgenossenschaft einen Förderungsantrag stellen. Tipp: Wenn Sie einen krankheitsbedingt einen Bürostuhl kaufen und hierfür ein Arztrezept bei der Steuererklärung einreichen, können Sie den Stuhl von der Steuer absetzen. Bevor Sie jedoch auf die Krankenkasse oder eine andere Einrichtung zugehen, informieren Sie sich zuallererst bei Ihrem Arbeitgeber. Ein guter Arbeitgeber sollte seinen Mitarbeitern bereitwillig einen neuen Bürostuhl bereitstellen und die Anschaffungskosten dafür übernehmen. Es geht um die Gesundheit des Arbeitnehmers, die es zu schützend gilt, damit der Mitarbeiter dauerhaft gesund bleibt. Es ist zudem eine Frage der Wertschätzung gegenüber dem Mitarbeiter, der es mit Motivation und Leistung zurückzahlt.

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